Project Rumänien

Rumänien – auf der Straße und in Tierheimen eines der schlimmsten Länder für herrenlose Hunde

Ganz besonders schwer ist das Leben für Hunde, die in Rumänien auf der Straße aufgelesen werden. Wenn sie „Glück“ haben, kommen sie in eines der hoffnungslos überforderten Tierheime, wo sie nahezu immer sehr schlecht behandelt, wenn nicht sogar gequält werden. Aufgrund der großen Armut in Rumänien ist das Leben eines Tieres für die selbst leidenden Menschen dort oftmals einfach nichts wert. Sie denken zuerst an sich, ihre eigene Versorgung und Ernährung, und Tiere sind ein „Übel“, das ihnen Geld (vom Staat), Sachmittel oder Nahrung „wegnimmt“.

Tierheim Bucov in Ploiesti, Rumänien

Der Verein Helfe4Pfoten, der im staatlichen Tierheim Bucov, Rumänien, hilft wo immer es geht, schreibt zu den Zuständen dort:

„Im Jahre 2011 waren in Bucov ca. 600 bis 700 Hunde, die in katastrophalen Zuständen leben mussten. Die Hundehütten marode, die Hunde lebten in ihren Hinterlassenschaften, standen fast immer im Schlamm. Die Zwinger werden bis heute nicht gereinigt!
Was die Fliegen im Sommer nicht abtragen können, verwandelt sich in Schlamm aus Kot. Das Futter wird meistens über die hohen Zäune in die Zwinger geworfen und landet im Dreck. Daraus müssen sich die Hunde die Brocken heraus fischen. Alle Hunde sind verwurmt, haben Flöhe, im Sommer Zecken, manche kratzen sich blutig. Es ist Stress für jeden Hund, dort leben zu müssen. Der ständige Lärmpegel der bellenden Hunden, immer auf der Lauer sein zu müssen, das juckende Fell, alles macht die Hunde müde. Jeder Hund der dort heraus kommt, braucht Wochen der Erholung.“

„Die Angestellten des Tierheimes bringen ca. 20 Hunde täglich von der Straße mit. Die Tiere werden wahllos in die Zwinger gesteckt, ob kleine Hunde zu großen Hunden kommen, ob sie rein geworfen werden oder an den Ohren oder Beinen hinein gezerrt werden, ist den Mitarbeitern dort gleich. Wie ein Sack werden die Hunde in die Zwinger geworfen. Durch die Neuankömmlinge kann es durchaus Kämpfe geben, denn es geht um das Überleben. Das Futter reicht nie aus, der stärkere Hund setzt sich durch im Rudel und wenn er satt ist, dürfen die anderen auch fressen. Manche Hunde kommen gar nicht zum Futter, sie werden immer dünner bis sie eines Tages sterben.

„Die Betreiber des Tierheimes haben kein Herz für diese Hunde. Die Angestellten sind gleichzeitig die Hundefänger. Alle Hunde fürchten die Männer, die dort angestellt sind. Viele Hunde flüchten sobald ein Tür geöffnet wird, viele Hunde verschwinden, werden nicht mehr gefunden.“

„Decken und Körbe werden nicht angenommen, da sie im Schlamm sofort verdrecken und durchnässen und sich die Hunde um diese Plätze beißen würden.“

„Es gibt bestimmt öffentliche Mittel für das Tierheim, aber davon profitieren die Hunde gar nicht. Sie bekommen manchmal Schlachtabfälle, Gammelfleisch, sehr oft einfach nur Knochen. Wenn es Knochen gibt, dann kämpfen viele Hunde mit den anderen, um einen Knochen zu bekommen. Niemals reichen die Knochen für alle Hunde.“

„Schutz vor Wind, Regen, Schnee und Sonne gibt es kaum. Nicht alle Hunde haben Hundehütten, viele leben in einem halben Rohr aus Kunststoff das auf der nassen Erde liegt. Wenn es regnet, ist der Boden im Rohr auch durchnässt, es gibt keinen trockenen Platz für die Hunde. Für 6000 € aus Spenden wurden einmal Hundehütten gekauft. Es reicht bei weitem nicht. Der Winter ist sehr hart am Fuße der Karpaten, nicht selten liegt dort 1m Schnee, und die Temperaturen sinken bis auf -25°C! Ohne ausreichend Futter können die Hunde den Winter nicht überleben. Im Sommer haben die Hunde zu wenig Wasser. Nicht weil es an Wasser mangelt, sondern weil es keine Leitungen zu den Zwingern gibt, und das Wasser dorthin getragen werden muss – bei 1400 Hunden…“